Presseinformation zum IV. Weltschmiedekongress in Cloppenburg

Hammerschläge für "weltweite Verbundenheit"
IV. Weltschmiedekongress in Cloppenburg vor 300 Gästen feierlich eröffnet

Cloppenburg im Oldenburger Münsterland. Mit kräftigen Hammerschlägen eröffnen Niedersachsens Wirtschaftsminister Dr. Peter Fischer und der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDV) Dieter Philipp am heutigen Dienstag im Museumsdorf Cloppenburg vor 300 Gästen aus vier Kontinenten den IV. Weltschmiedekongress Ferro 2000 Insight. Schmiedemeister Alfred Bullermann aus Markhausen hat dafür in seiner Werkstatt eigens zwei rund einen halben Meter lange Nägel angefertigt. Mit dieser Eröffnungsszeremonie nach der alten Schmiedetradition "Stock in Eisen" wollen die Veranstalter nach seinen Worten "die weltweite Verbundenheit der Schmiede" dokumentieren: "Mit dem Einschlagen eines individuell gefertigten Nagels dokumentieren Schmiede seit alters her ihre Verbundenheit. Im Verlauf der Ferro 2000 Insight wird im Museumsdorf ein Weltenbaum mit Nägeln aus aller Welt enstehen. Er symbolisiert die weltweite Verbundenheit der Schmiede und unsere Absage an Intoleranz und Menschenverachtung." Veranstalter der Ferro 2000 Insight sind das Niedersächsische Freilichtmuseum Cloppenburg, die Stadt Cloppenburg und der Verbund Oldenburger Münsterland e.V.

Der Präsident des Verbundes Oldenburger Münsterland, Landrat Clemens August Krapp, sieht "nicht ohne ein wenig Stolz" auf die Vorbereitungen in der Region, um den Gästen aus aller Welt ein guter Gastgeber zu sein. Schmiedemeister Bullermann, die Stadt Cloppenburg, die Stadt Friesoythe, das Niedersächsische Freilichtmuseum und der Verbund hätten in den vergangenen Monaten "Enormes geleistet". Namentlich dankt er Museumsdirektor Dr. Uwe Meiners, Kulturamtsleiterin Christiane Hagemann, der Leiterin der Touristinformation Cloppenburg Maria Oloew und dem Geschäftsführer des Verbundes Oldenburger Münsterland Stefant Ortmann. Auch die Unternehmer des Oldenburger Münsterlandes hätten "wieder einmal ihre internationale Ausrichtung und Verbundenheit mit der Region" unter Beweis gestellt. Namentlich dankt er den acht Sponsoren der Ferro 2000 Insight: Bankdirektor Edmond Sassen von der Landsparkasse zu Oldenburg, dem Vorstandsvorsitzenden der Gegenseitigkeit Versicherung Carl August Freiherr von Gablenz, Franz Kurmann als Inhaber der Kurmann Zerspanungstechnik, Geschäftsführer Peter Finkernagel vom Stahlwerk Augustfehn, Dr. Bernard Krone als Inhaber dder Bernard Krone Holding, dem Präsidenten der Handwerkskammer Oldenburg Jürgen Hämmerling, Geschäftsführer Walter Bruns für die August Bruns Landmaschninen GmbH und Charly Alfers als Inhaber der Alfers & Sohn Trucks und Trailer Generating-Sets.

Im Rahmen der Ferro 2000 Insight ist nach den Worten von Cloppenburgs Landrat Hans Große Beilage eine "eindrucksvolle" Ausstellungsroute zur historischen und modernen Schmiedekunst entstanden. Zur Eröffnung der Aussstellung "Angewandte Metallgestaltung und Metallkunst" mit Werken international bekannter Metallgestalter und Metallkünstler kann er am Dienstag im Kreishaus Cloppenburg auch einige der ausstellenden Künstler begrüssen. Jürgen Weichardt wird das Publikum fachkundig in die Ausstellung einführen. Die Ausstellungsroute hat drei weitere Stationen. In der Cloppenburger Stadtgoldschmiede Herbert Feldkamp sind Kostbarkeiten der Gruppe ASPECTS zu bestaunen. Sie gilt Kennern als die derzeit international führende Gruppe von Schmuckgestaltern. Im Museumsdorf Cloppenburg lädt Direktor Dr. Uwe Meiners ein, "Schönes aus Eisen" aus der berühmten Sammlung Le Secq des Tournelles aus Rouen zu genießen. "Wir sind stolz darauf, Schätze aus der französichen Partenerstadt Hannovers erstmals in Deutschland zeigen zu können. Und das genau 100 Jahre nach ihrer Präsentation auf der Weltausstellung in Paris." Das Kulturzentrum "Alte Wassermühle" in Friesoythe erschließt dem "Sicheln und Sensen" des Westfälischen Freilichtmuseums Hagen einen kulturgeschichtlich wichtigen Aspekt des Schmiedehandwerks. Die Hansestadt war in der Frühen Neuzeit ein Schmiedezentrum von überregionaler Bedeutung. Außerdem wird nach den Worten von Dr. Michael Dauskardt, Direktor des Westfälischen Freilichtmuseums und Vorsitzender den Internationalen Gesellschaft für Damazenerstahlforschung (IGFD), "mit geheinmisvoller Tulware aus Indien und sagenumwobenen Samuraischwertern aus Japan das Geheimnis des Damazererstahls gelüftet".

Niedersachsens Wirtschaftsminister, Peter Fischer, sagte bei der Eröffnung der Ferro Insight 2000, "das Handwerk ist einer unserer wichtigsten Wirtschaftsbereiche mit dem höchsten Ausbildungsplatzangebot". Für die Zukunft der Handwerksbetriebe seien Kooperationen im Handwerk, der Einsatz und die richtige Nutzung neuer Techniken einschließlich innovativer Vertriebstechniken und offensive Marketingstrategien von entscheidener Bedeutung. "Ohne E-Commerce und Internet wird sich das Handwerk auf Dauer auf dem globaliseirten Markt nicht behaupten können", so der Minister.
Der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Dieter Philipp, hob hervor, dass sich Schmiede und Metallgestalter mit Erfolg den aktuellen Herausforderungen stellen. Das liege an dem starken Zusammenhalt, der auch über Landesgrenzen hinaus in den vergangenen Jahren gewachsen sei. Als Richtschnur dafür, wie Handwerksbetriebe gemeinsam ihre Chancen nutzen und ihre Risiken minimieren können, nannte Philipp: Innovation, Kooperation und Vernetzung. Mit Kreativität und Bewusstsein der gestiegenen Ansprüche der Verbraucher gelte es, neue Produkte und Dienstleistungen zu schaffen.

Der traditionelle Weltkongress der Schmiede und Metalldesigner wird in diesem Jahr aus Anlass der EXPO 2000 erstmals nicht in Aachen veranstaltet. Die Initiative hierzu ging vom Markhausener Schmiedemeister und Diplom Metallgestalter Alfred Bullermann aus. Zusnächst habe er sich an die EXPO-Gesellschaft gewandt, die aber "horrende Geldforderungen" gestellt habe. "Die haben die Dimension dieses Events wohl gar nicht verstnaden", vermutet Bullermann. In seiner Heimatregion Oldenburger Münsterland sei dies "ganz anders" gewesen. In den Gesprächen mit Cloppenburgs Landrat Hans Große Beilage und Verbundsgeschäftsführer Stefan Ortmann sei rasch klar gewesen: "Wi moakt dat. Und dann wurden wie üblich Nägel mit Köpfen gemacht." Besonders froh seien beide gewesen, als sie gemeinsam in Eschborn die Unterstützung von Dr. Petra Wagner von der Deutschen Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) und Karl Heinz Siekmann vom Deutschen Entwicklungsdienst (DED) gewonnen hätten. "Denn damit war uns klar, dass wir auch Schmiede aus Entwicklungsländern die Teilnahme ermöglichen konnten", erinnert sich Ortmann. "Ohne die Kontakte und finanzielle Unterstütznd der GTZ und des DED wäre dies gar nicht gegangen."

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